Drei Groß-Skulpturen Jugendstil Berlin Mitte Potsdamer Strasse

No. 5125

H 2,10m

1 Position

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Beschreibung

Es handelt sich bei allen ursprünglich sechs überlebensgroßen Fassadenfiguren um Allegorien.

Die drei geretteten und abgebildeten Fassadenskulpturen aus Muschelkalk stellen folgende Künste bildlich dar:

  • die Architektur (heute Figur ohne Kopf mit Säule und Tempelmodell)
  • die Bildhauerei (heute Figur mit Kopf und fehlender linker Hand)
  • die Zeichenkunst (heute Figur mit angesetztem Kopf und Baumstütze)
  • Berlin Mitte um 1907

Das s/w Fotos zeigt die Originalfassade von Lepkes Auktionshaus vor dem Bombenangriff (ehemals Potsdamer Straße 122 a/b), wo die Figuren herstammen.

 

Besonderheiten

Der Bildhauer Hugo Kaufmann
 
Der deutsche Bildhauer und Medailleur des Späthistorismus entstammte einer jüdischen Familie aus dem hessischen Vogelsbergkreis (1868 in Schotten – 1919 in München).  Die Zeichenakademie in Hanau besuchte Kaufmann ab 1884, anschließend ging er nach Frankfurt am Main um die Gewerbeschule und die Städel- Kunsthochschule zu besuchen. Kaufmann studierte ab 1888 an der Akademie der Bildenden Künste München, wo er in die Klasse von Wilhelm von Rümann aufgenommen wurde.  1904 wurde Kaufmann zum Professor ernannt. Er arbeitete und lebte in München bis 1907. Danach ging er nach Berlin, kehrte aber 1917 wieder nach München zurück.
 
 
 
- erhaltene Werke u.a. an Münchner Staatskanzlei und Münchner Rathaus
 
Kaufmanns Skulpturen aus Stein und Bronze orientieren sich am Schönheitsideal der klassischen Antike, typisch sind kraftvolle athletische Körper. Vielfach findet sich in seinem Werk der große pathetische Gestus mit einer Tendenz zum Kolossal

Entstehungsgeschichte:

Rudolph Lepke (Berlin 1845 – 1904 Berlin) hatte 1869 das Kunst-Auctions-Haus gegründet. Lepke, Sohn einer aus Dessau nach Berlin eingewanderten jüdischen Familie, hat 1895 die Geschäftsführung den Herren E. Benjamin und C. Schmidt übertragen. Lepke blieb aber Eigentümer, zog sich jedoch aus gesundheitlichen Gründen 1900 aus dem Geschäftsleben zurück.
 
Das damals führende Kunstauktionshaus des deutschen Kaiserreichs der Gebrüder Wolffenberg übernahmen Lepkes Geschäfte. Sie erwarben 1910 das Haus an der Potsdamer Straße 122 a/b, welches jedoch abgerissen wurde.
 
Der Architekt Adolf Wollenberg beauftragte den Bildhauer Hugo Kaufmann (Schotten/Oberhessen 1868 - 1919 München) und Walter Schmarje mit der Konzeption für die aufwändige bauplastische Ausstattung des neu entstehenden Geschäftshauses.
 
Die ursprünglich sechs Figuren erhielten ein allegorisches Programm aus den Bereichen Kunst und Kunsthandwerk.
 
Das neue Geschäftshaus Rudolph Lepke´s Kunst-Auctions-Haus wurde 1912 fertiggestellt.
 
Zum Kriegsende war die Sparkasse dort ansässig. Aufgrund Bombenschäden wurde das Gebäude nach dem Krieg nur noch einstöckig als Weinhandlung genutzt. Nach 1955 wurde das Haus abgerissen, wobei die 3 Fassadenfiguren geborgen wurden

Maße und Gewicht

  • Höhe/Länge: 2100 mm

Material

  • Muschelkalk

Epoche

  • um 1900

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